Der letzte Schliff

Der letzte Schliff

Seit dem letzten Blogeintrag über das Filmprojekt hat sich einiges getan, die Gruppenarbeit ist vorangegangen, zwar langsamer als geplant, aber stetig. Zwei der vier Gruppenprojekte sind abgeschlossen und sind jetzt im YouTube-Channel von AIM. zu sehen: http://www.youtube.com/user/AIMYouthVideo.

Filmdokumentation

Ein Projekt ist eine Dokumentation über einen der Jugendlichen, Emma, aus dem Jugendclub, dessen Eltern nicht für seine Schulgebühren aufkommen können und der deshalb neben der Schule arbeiten muss, um seine Bildung zu finanzieren. Emma Geschichte ist tragisch, aber bei den Dreharbeiten ist er spürbar aufgeblüht und hat es genossen, dass er mal im Mittelpunkt steht und seine Probleme beachtet werden. Leider haben restlichen Mitglieder der Gruppe sich während dem Dreh kaum blicken lassen, weshalb die Dokumentation diesen Donnerstag im Jugendclub gezeigt und anschließend gemeinsam mit Emma detailliert erklärt wird, wie sie entstanden ist. Jetzt gibt es auch endlich eine Doku aus ihrem Lebensumfeld anhand derer nochmal die Prinzipien einer Film-Dokumentation erklärt werden können. Die haben insbesondere die Jüngeren bis jetzt noch nicht ganz verstanden.

Musikvideo

Das zweite Video ist ein Musikvideo. Drei Jugendliche waren Anfang Januar gemeinsam mit dem Freiwilligen in einem Studio in Cape Coast (wo auch schon „Go Blackstars“ aufgenommen wurde) und haben einen HipHop Track aufgenommen, den die drei zusammen geschrieben haben. Sie haben die Aufnahme mit Leichtigkeit gemeistert haben, obwohl sie kaum bis gar keine Erfahrung in diesem Bereich haben. Am vergangenen Wochenende wurde dann in Komenda das Video gedreht. Auch hier wirklich beeindruckend: Shadrack, ein 13-Jähriger aus dem Jugendclub, ist aus dem nichts mit einer Story für das Video aufgekommen, die fast genauso im Video übernommen wurde und in der er auch die Hauptrolle übernommen hat.

Erfahrungen beim Dreh

Bei diesem Dreh war fast die gesamte Crew des Filmworkshops dabei, viele haben kleine Parts übernommen und sehr viel Ausdauer gezeigt, da an beiden Tagen über 4 Stunden gedreht wurde. Die drei Artists waren natürlich sehr glücklich, dass ihr Lied ein Video bekommt und haben bei der Performance alles gegeben, aber seht selbst. Insgesamt waren es zwei sehr schöne Tage in denen alle Beteiligten viel Spaß hatten, und in denen sie einen lebendigen Einblick in Musikvideoproduktion bekommen haben. Die Darsteller haben die Situation (an allen Drehorten standen Dutzende Zuschauer um die Kamera) sehr souverän gemeistert. Einziger Wehmutstropfen: Beim Dreh wurden wir ständig beleidigt und beschimpft. Das liegt daran, dass viele Ghanaer sobald sie eine Kamera (und insbesondere einen Weißen mit Kamera sehen) davon ausgehen, dass versucht wird, Geld mit Aufnahmen aus Afrika zu machen und sie so ausgenutzt werden. Ähnliche Probleme hatten wir auch schon beim Dreh der Dokumentation, aber diese Situationen konnten meist durch aufklärende Gespräche über die Abreit von AIM. gelöst werden. Das dürften die Folgen von vielen schrägen und falschen Darstellungen von Afrika und Ghana in westlichen Medien sein. Da ist allerdings auch viel Aufklärungsbedarf hier vor Ort, weil daraus der Schluss gezogen wurde, dass nichts Negatives mehr berichtet werden darf. Somit ist AIM. mit dem neuen Radio und Newspaper- Projekt in Ayensudo sowie dem Youth Magazine auf dem richtigen Weg, um die Grundsätze von Journalismus zu besprechen: die objektive und gründlich recherchierte Darstellung von Themen, aber auf keinen Fall die Auslassung von unangenehmen Themen!

Trotzdem waren die Drehtage ein sehr positives Ereignis, denn es geht ja um die Jugendlichen und die haben viel Spaß gehabt und dabei noch was gelernt!

Was kommt als Nächstes?

Die verbleibenden beiden Videos (noch eine Doku und noch ein Musikvideo) werden sich jetzt noch etwas hinziehen und vermutlich erst Mitte März fertig werden (Grund ist das BMZ-Zwischenseminar der Freiwilligen), sind aber auch schon in der Vorbereitung. Für das Musikvideo wird momentan eine Choreografie eingeübt.

Diese Gruppenarbeiten laufen jetzt aber neben dem wöchentlichen Filmworkshop, in diesem verlegt sich der Schwerpunkt jetzt schon auf das darauffolgende Projekt; die Verfilmung eines ghanaischen Theaterstücks mit den Jugendlichen: „The Marriage of Anansewa“ …. aber dazu später mehr!

Mehr Infos unter https://www.aim-ev.org